2000 bis 2004

10.11.2004

Rosemarie Klemm M.A. (Universität München)

"Gold aus der Wüste - Untersuchungen zu den antiken Goldvorkommen in Ägypten und Sudan"

Abstract: Die in altägyptischer Zeit ausgebeuteten Goldvorkommen liegen im öst­li­chen Gebirge Ägyptens und erstrecken sich bis tief in die nubisch-suda­nesische Wüste hinein. Über 250 in antiker Zeit ausgebeutete Goldvorkommen in diesem Gebiet wurden sowohl geologisch-lager­stät­tenkundlich als auch archäologisch untersucht. Anhand der archäolo­gi­schen Befunde konnte eine Chronologie der antiken Abbau- und Aufbe­reitungsmethoden erstellt werden. Moderne Goldgewinnung in Nubien veranschaulicht die alten Bergbaumethoden eindrucksvoll.

22.07.2004

Dr. Dietrich Raue (Deutsches Archäologisches Institut, Abt. Kairo)

"Eine Stadt zwischen Ägypten und Nubien - Aktuelle Ergebnisse der Grabung auf Elephantine / Assuan"

Abstract: Im Zuge der Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts Abtei­lung Kairo und des Schweizerischen Instituts für ägyptische Baufor­schung und Altertumskunde auf Elephantine wurden in den Jahren 2000-2004 die Untersuchungen zur Stadtentwicklung im 3. Jahrtausend v. Chr. wieder aufgenommen. Hierbei stehen die zentral gelegenen Ge­bäudekomplexe innerhalb der Stadtmauern sowie die extraurbanen Strukturen an der südlichen Anlandestelle der Insel im Mittelpunkt des Interesses. Elephantine ist - aufgrund der Grenzlage zum nubischen Kulturraum und der großräumigen heutigen Überschwemmung dessel­ben - einer der letzten Orte, an dem sich die materielle Kultur der südli­chen Nachbarn im 3. Jahrtausend aufgrund der Funde in der Siedlung erhalten hat.

19.05.2004

Dr. Sylvia Peuckert (FU Berlin/Universität Mainz)

"Ägyptenreisen im 19. Jahrhundert - Das unpublizierte Reisetagebuch des Ägyptologen Georg Ebers"

Abstract: Georg Ebers, der Mitbegründer der deutschen Ägyptologie, hielt sich nur zweimal in Ägypten auf: das erste Mal bereits recht spät in seinem Leben, vier Monate im Winter 1969/70, zwischen dem Abschluss seiner Habilitation und der Übernahme des neu eingerichteten Lehrstuhls für Ägyptologie in Leipzig; das zweite Mal einige Jahre später zur Vorbe­rei­tung des ersten Baedekers von Ägypten und der Prachtausgabe „Ägyp­ten in Wort und Bild”. Von seiner ersten Reise, die ihn als Mentor eines reichen jungen Mannes durch weite Teile Europas und nach Ägypten führte, existiert ein - bislang unpubliziertes - Reisetagebuch, das in die­sem Vortrag vorgestellt werden soll. Dabei gilt es den Blick des Reisen­den auf Ägypten zu untersuchen - seinen Blick als Ägyptologe, als Ro­mancier und Verfasser von Romanen mit altägyptischen Sujets und als Reisender im Zeitalter des Orientalismus und des beginnenden Ägypten-Tourismus.

12.02.2004

Dr. Diana Wenzel (Universität Mainz)

"Das 'abgeschlachtete Meisterwerk'. Eine Ehrenrettung von Mankiewiczs' CLEOPATRA (USA 1963)"

Abstract: Die wohl berühmteste Kleopatra-Verfilmung mit Elizabeth Taylor in der Titelrolle ist niemals in der vom Regisseur und Drehbuchautor Joseph L. Mankiewicz vorgesehenen Version in den Kinos angelaufen, weshalb dieser selbst von seinem „abgeschlachteten Meisterwerk” sprach. Die komplizierte Produktionsgeschichte, die den Film zu einem finanziellen Fiasko werden ließ, führte dazu, daß Cleopatra bereits stark verkürzt ur­aufgeführt und innerhalb von drei Wochen nach der Premiere um weitere Szenen eingeschränkt wurde. Im Vortrag soll anhand einiger ausgewählter Szenen exemplarisch gezeigt werden, wie sehr sich das einst vom Regisseur konstruierte Kleopatra-Bild aufgrund der schrittweisen Verstümmelung des Films ver­ändert hat. Schließlich soll der Versuch unternommen werden, Man­kiewiczs ursprünglich geplante Kleopatra zu rekonstruieren.

13.11.2003

Prof. Dr. Günter Burkard (Universität München)

"'Diener an der Stätte der Wahrheit'. Arbeit und Alltag in einer altägyptischen Arbeitersiedlung"

Abstract: Gegenüber dem heutigen Luxor liegt in einiger Entfernung vom Niltal, und von diesem durch einen Bergrücken abgeschirmt, der Ort Deir el Medine. Dort lebten die Arbeiter mit ihren Familien, die im Tal der Könige und dem der Königinnen die monumentalen Gräber der Pharaonen und ihrer Familienmitglieder im Felsen anlegten. Außer den Siedlungsresten und der Nekropole wurde in und bei Deir el Medine auch eine einzigar­tige Menge von Papyri und vor allem von beschrifteten Kalkstein- und Keramikscherben gefunden, die diesen Ort und seine Bewohner zu einer der am besten bekannten antiken Stätte machen. Der Vortrag will mit Deir el Medine, den dort lebenden Menschen und mit ihrer Arbeit vertraut machen und darüber hinaus einen Einblick in die wissenschaftliche Ar­beit mit den schriftlichen Zeugnissen geben.

03.07.2003

Prof. Dr. John Baines (Universität Oxford/Universität Basel)

"Ein Jagdausflug im Ägypten der 12. Dynastie"

Abstract: In vielen Gesellschaften gilt die Jagd unter den Eliten als wichtige Aktivität. In Ägypten ist dies seit der Vorgeschichte der Fall. Besonders für den König war sie Symbol für die Bewältigung des drohenden Chaos. Daneben ist die Jagd aber auch als Vergnügung zu verstehen. In der Annaleninschrift Amenemhets II. (ca. 1850 v. Chr.) gipfelt die Be­schreibung eines Jahres in einer Jagd, die der König mit ausgewählten Mitgliedern der Elite unternahm. Es gilt, diese kurze, aber sehr reiche Notiz im Kontext zu besprechen und ihren Implikationen nachzugehen. Die zentrale Bedeutung der Jagd sowie der Organisation der geschichtli­chen Ereignisse im Interesse der Jagd ist auch an Beispielen aus späte­ren Epochen identifizierbar.

05.06.2003

Univ.-Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen (Universität Mainz)

"Literarische Ansichtskarten aus dem Alten Ägypten"

Abstract: Im Gegensatz zu Bildern vom Totenreich sind Bilder vom Leben in den Städten aus dem Alten Ägypten nahezu unbekannt. Aus der Zeit um 1200 v.Chr. sind jedoch zwei ausführliche Briefe mit Beschreibungen der Städte Memphis und Piramesse überliefert. Mit ansprechenden Details werden der Überfluss, die Bewohner, festliche Umzüge und Attraktionen geschildert. Andererseits gibt es verschiedene Texte, in denen sich der Sprecher nach einer bestimmten Stadt so sehr sehnt, daß dort kein Luxus nötig sei. Zu fragen ist, inwieweit diese Texte als fiktive Literatur anzusehen sind oder ob man ihnen einen bestimmten „Sitz im Leben” zuweisen kann. Einige der textlichen Aussagen kann man zudem in den archäologisch überlieferten Denkmälern dieser Städte wiederfinden.

07.05.2003

Dr. Mechthild Schade-Busch (Mainz)

"Schätze in der Stadtbibliothek. Antike Denkmäler in historischen Reiseberichten: Ägypten"

Gemeinsame Veranstaltung mit der Mainzer Bibliotheksgesellschaft e. V.

13.02.2003

Prof. Dr. Heinz J. Thissen (Universität zu Köln)

"Das Hieroglyphenbuch des Horapollon"

07.11.2002

Dr. Andrea M. Gnirs (Universität Basel/Zürich)

"Ägypten und seine Feinde im Neuen Reich"

26.06.2002

Univ.-Prof. Dr. Rolf Gundlach (Universität Mainz)

"Die Residenzen des Pharao"

24.04.2002

Univ.-Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen (Universität Mainz)

"Butehamun. Das Leben eines Schreibers im Alten Ägypten"

23.01.2002

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jan Assmann (Universität Heidelberg)

"Mythos als Denkform - Tod, Staat und Kosmos als Sinndimensionen der ägyptischen Welt"

27.06.2001

Dr. Mechthild Schade-Busch (Mainz)

"Ägyptologie und Öffentlichkeit"

06.02.2001

Dr. Miroslav Bárta (Universität Prag)

"Abusir und Saqqara. Ergebnisse der Grabungskampagne 2000 der Karls-Universität in memphitischen Nekropolen"

25.05.2000

Prof. Dr. Andrey O. Bolshakov (Kurator der Ägyptischen Abteilung der Ermitage, Sankt Petersburg)

"The Egyptian Collection of the Hermitage/St. Petersburg and its History"

10.02.2000

Dipl.-Math. Kirsten Konrad (Universität Mainz)

"'Ich baue sein Haus! Ich errichte seine Denkmäler!' - Der Ellesija-Tempel Thutmosis' III. in Nubien"

(veröffentlicht unter dem Titel: Der Hemispeos von Ellesija - Zur Dekorationssystematik und Deutung eines ägyptischen Felstempels, in: SAK 30, 2002, S. 229-248)