2015 bis 2018

Di 06.11.2018, 18:30 Uhr

Dr. Friederike Seyfried (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)

Der Titel des Vortrags wird noch bekannt gegeben.

Ort: Johann-Joachim-Becher-Weg 5, Atrium Maximum (Alte Mensa)

Mo 02.07.2018, 18:30 Uhr

Katja Broschat & Christian Eckmann (RGZM Mainz)

Fit for a King - Gläserne Kissen und himmlisches 'Eisen' aus dem Grab des Tutanchamun

Ort: Johann-Joachim-Becher-Weg 5, Atrium Maximum (Alte Mensa)

Abstract: Seit fast einem Jahrhundert faszinieren uns die zahlreichen, geradezu opulent mit Gold verzierten Beigaben aus dem Grab des Tutanchamun (18. Dynastie) und überstrahlen dabei so manch anderes Kleinod: Dies gilt insbesondere für zwei gläserne Kopfstützen, die zweifellos zu den bedeutendsten Glasobjekten des Neuen Reichs bzw. der späten Bronzezeit in Ägypten gezählt werden dürfen. Diese allein aufgrund ihrer Größe und Dimensionen einzigartigen Objekte haben aus herstellungstechnischer Perspektive bisher wenig Beachtung gefunden.

Darüber hinaus fand sich im Grabinventar auch eine Gruppe von Fundstücken aus Eisen, die von jeher ein besonderes Interesse weckte. Entstammen sie doch einer Zeit, in der man in Ägypten noch weit davon entfernt war, die Technologie der Eisenverhüttung zu kennen, geschweige denn (diese) anwenden zu können.

Im Rahmen naturwissenschaftlicher Untersuchungen am Ägyptischen Museum in Kairo ergab sich die Gelegenheit einer kurzen Autopsie der Fundstücke. Der Vortrag stellt diese Objekte vor und diskutiert die im Zusammenhang der Untersuchungen gemachten Beobachtungen.

18.04.2018

Dr. Gabriele Pieke (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim)

Das lebende Abbild. Nicht-königliche Statuen des Alten Reiches

Abstract: Nicht-königliche Statuen stellen eine der bedeutendsten und aufschlussreichsten Gattungen altägyptischer Kunst dar. Insbesondere aus der Zeit des Alten Reiches sind sie in weit größerer Anzahl als aus dem königlichen Bereich erhalten, wobei sie in dieser Zeit fast ausschließlich aus dem Kontext von Grabanlagen überliefert sind. Neben der funerären Bedeutung spiegeln Anzahl, Typologie oder auch die Ikonographie der Skulpturen den Wunsch nach einer „Selbstpräsentation“ der Elite und bringen dabei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen – dies insbesondere in der Mitte der 5. Dynastie – zum Ausdruck. Allgemein gelten Statuen in Altägypten als kultisch belebbare Gegenstände, deren Zweckbestimmung weit über die Zurschaustellung von sozialem Prestige hinaus geht. Als „lebendes Abbild“ stehen sie für die dauerhafte Anwesenheit des Dargestellten und sind stellvertretend für ihn Empfänger von verschieden kultischen Handlungen. Ausgehend von einem der bedeutendsten Statuenfunde der letzten Jahrzehnte, der bei Grabungen der Universität Prag in Abusir-Süd gemacht wurde, präsentiert der Vortrag einen Überblick zu nicht-königlichen Skulpturen des Alten Reiches und fragt nach Form, Bedeutung und Kontext dieser Kunstwerke.

16.01.2018

PD Dr. Dietrich Raue (Ägyptisches Museum - Georg Steindorff - der Universität Leipzig)

Gründerzeiten. Neue Quellen zu alten Konstellationen im Sonnentempel von Heliopolis

Abstract: Die ägyptisch-deutschen Ausgrabungen im Tempel von Heliopolis, durchgeführt durch das Ägyptische Antikenministerium, das Ägyptische Museum der Universität Leipzig und der Hochschule Mainz, haben seit 2012 die systematische Erforschung des großen Sonnentempels zum Ziel. Neben einer kontinuierlich wachsenden Dokumentation der ramessidischen Bautätigkeit am Tempel des Atum-Re-Harachte kann der Aspekt der Dynastie-Gründerschaft immer deutlicher unter den Neufunden beobachtet werden. Hierzu gehören zum einen die seit 2015 freigelegten Reste eines Tempels Nektanebos’ I., vor allem aber auch die 2017 im ramessidischen Tempelbezirk Suq es-Kamis entdeckte Kolossalstatue Psammetichs I. mit ihrer zu­gehörigen Basis. Desgleichen ist auch das „Ende“ des Tempelbezirks, der offenbar mehrere Jahrhunderte vor der Christianisierung Ägyptens einen merklichen Bedeu­tungsverlust erfährt, ein Thema der Forschungsunternehmung.

27.11.2017

Dr. Henning Franzmeier (Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim)

Neues aus der Ramsesstadt: Die Baustelle Pharaos

Abstract: Quantir-Piramesse, die Ramsesstadt, wurde zu Beginn der Regentschaft Ramses` II. zur neuen Residenz erhoben und in der Folge zu einer der größten Siedlungen der späten Bronzezeit im gesamten Ostmittelmeerraum und Nahen Osten ausgebaut. Basierend auf den Ergebnissen der Forschungen der vergangenen Jahrzehnte kann von einer Gesamtfläche von 10–20 qkm ausgegangen werden. Dieses Areal war bebaut mit einer großen Anzahl verschiedenster Gebäude. So mussten einfache Wohnhäuser, komplexe technologische Einrichtungen aber auch große Paläste und Tempel innerhalb weniger Jahrzehnte errichtet werden.

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten durch Grabungen des Roemer- und Peli­zaeus-Museums etwa der königliche Marstall und große Anlagen zur Bronze­pro­duktion freigelegt werden konnten, wird seit Herbst 2016 ein neuer Platz ergraben. Dabei handelt es sich um den größten aus magnetischen Messungen bekannten Gebäudekomplex, der Elemente von Tempeln und Palästen beinhaltet.

In der ersten Kampagne wurden Befunde aufgedeckt, die überraschenderweise nicht mit dem Zerfall des Gebäudes in Verbindung zu bringen sind, sondern mit Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Darunter befinden sich Fragmente von Malereien auf Putz sowie Malpigmente und Abfälle, bei denen es sich möglicherweise um die Überreste der Mahlzeiten von Arbeitern handelt. Als besonderes Highlight wurden in einer Mörtelgrube Fußabdrücke von Kindern entdeckt, bei denen sich nun die Frage stellt, ob es sich um ein Anzeichen von Kinderarbeit handelt oder doch eher an Spielen zu denken ist.

03.07.2017

Christine Raedler M.A. (JGU Mainz)

„Die Männer hinter dem König“ – Der Hofstaat unter Ramses’ II.

Abstract: Die Omnipräsenz Pharaos in den uns erhaltenen Quellen ist umfassend – sei es im Kult, in der Staatsverwaltung oder Kriegsführung. Mit der Realität ist dieses Bild jedoch kaum in Deckung zu bringen. Auch das altägyptische Herrschaftssystem war in der konkreten Ausübung seiner Macht auf eine differenzierte Arbeitsteilung angewiesen.

Im Vortrag soll das Augenmerk auf dem Hofstaat Ramses’ II. liegen. Die Zeit seiner 66 Jahre dauernden Herrschaft bietet nicht nur reiche Zeugnisse königlicher Herrschaft, sondern auch eine Fülle von Material für das Wirken und die Selbstdarstellung der hohen Beamtenschaft und Indikatoren ihrer Machtfülle.

Wie lassen sich nun aber die politischen Entscheidungsträger und zentralen Persönlichkeiten einer Gesellschaft identifizieren, und wie kann ihr jeweiliges Quantum an Macht bemessen werden?

Ein komplexes System von Rang und Gunst wird aufgezeigt, ebenso wie die Wechselbeziehung von König und Höflingen sowie die Interaktion von Mitgliedern der Hofgesellschaft. Am Ende steht ein „Gesellschaftsvertrag“, der die herrschenden Eliten in systemstabilisierender Form an Reichtum, Status und Prosperität Anteil haben ließ.

24.04.2017

Abend der offenen Tür - Der Arbeitsbereich Ägyptologie stellt sich vor

(gemeinsam organisiert vom Freundeskreis Ägyptologie und dem Fachgebiet Ägyptologie)

Startpunkt: Foyer im Erdgeschoss, Hegelstr. 59, 55122 Mainz (Münchfeld)

Abendprogramm:
Der Freundeskreis Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e. V. und der Arbeitsbereich Ägyptologie der JGU Mainz laden alle Interessierten herzlich ein zum ersten „Abend der offenen Tür“! Bereits seit 1948 ist das Fach Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vertreten und seit 2013 als Arbeitsbereich Ägyptologie im Institut für Altertumswissenschaften be-heimatet. Lernen Sie jetzt die Mainzer Ägyptologie von einer neuen Seite ken-nen: Schauen Sie den hiesigen Ägyptologinnen und Ägyptologen über die Schul-ter beim „Blick ins Büro“, flanieren Sie durch die Posterausstellung der zahl-reichen Forschungsprojekte und besuchen Sie die umfangreiche ägyptologische Bibliothek. Besichtigen Sie außerdem in Kurzführungen die Anschauungsobjekte der ägyptologischen Studiensammlung, das Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ und lassen Sie sich von den Studierenden in einer kleinen Ausstellung bereits auf die nächste Exkursion nach Kairo entführen. Ihr Ägyptenwissen können Sie zusätzlich erweitern, wenn Sie an den Stationen teilnehmen, in denen Studierende ihr Projekt „Ägyptologie in Schulen“ und die im Sommer geplante Konferenz zum Thema „Kulturgüterschutz“ vorstellen.
Verbringen Sie einen Abend am Arbeitsplatz der Mainzer Ägyptologie und fra-gen Sie die Expertinnen und Experten zu allem, was Sie schon immer zum alten Ägypten erfahren wollten – wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Abend auf einen Blick:
• „Blick ins Büro“ der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
• Führungen durch die ägyptologische Studiensammlung
• Posterausstellung der ägyptologischen Forschungsprojekte
• Besichtigung der ägyptologischen Bibliothek
• Besuch des Graduiertenkollegs 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“
• Vorstellungen: Ägyptologie in Schulen, Exkursion Kairo
• Bücherpräsentation: Mainzer Publikationen
• und vieles mehr…

01.02.2017

Akademische Gedenkfeier zur Erinnerung an Herrn Universitätsprofessor Dr. Rolf Gundlach
Veranstalter: Fachgebiet Ägyptologie & Freundeskreis Ägyptologie
Ort: Johann-Joachim-Becher-Weg 5, Alte Mensa, Atrium maximum

Programm

17:30  Begrüßungen und Würdigungen

Univ.-Prof. Dr. THOMAS BIERSCHENK, Dekan des Fachbereichs 07
MARIANNE ARNOLD M. A., Erste Vorsitzende des Freundeskreises Ägyptologie e. V.
Univ.-Prof. Dr. URSULA VERHOEVEN-VAN ELSBERGEN, IAW | Ägyptologie

18:00 Vortrag

Dr. CAROLA VOGEL (Mainz)
Der ägyptische Festungskommandant im Mittleren und Neuen Reich – Ein Karrierecheck

18:45 Vortrag

Prof. Dr. TAMÁS A. BÁCS (Budapest)
„What‘s in a Name?“ The Late Ramessides Between Real and Ideal

19:30 Schlusswort Dr. DAGMAR STOCKFISCH (Mainz)

Empfang

16.11.2016

Dr. Monika Zöller-Engelhardt (JGU Mainz)

"Und da sagte Cheops zu Ramses ..." - Die ägyptische Sprache im Wandel der Zeit

Abstract: Tatsächlich hat Cheops niemals etwas zu Ramses gesagt. Das wäre ihm auch schwer möglich gewesen, schließlich trennen die Regierungszeiten der beiden großen Herrscher mehr als eintausend Jahre. Interessant ist vielmehr die Frage, ob Ramses ihn überhaupt verstanden hätte – hätten Cheops und Ramses sich unterhalten können? Denn obwohl die ägyptischen Hieroglyphen oftmals den Eindruck eines über die Jahrtausende hinweg unveränderlichen Systems vermitteln, ist die historische Realität eine andere: Nicht nur die Schrift, sondern insbesondere die Sprache hinter den Zeichen veränderte sich stetig. Anzeichen für den fortschreitenden sprachlichen Wandel, die wir auch aus modernen Sprachen kennen, zeigen sich auf vielfältige Weise in den schriftlichen Hinterlassenschaften des Alten Ägypten. Wie unterscheidet sich also die altägyptische Sprache des dritten Jahrtausends v. Chr. von derjenigen des zweiten Jahrtausends? Wie sind sprachliche Neuerungen an der lückenhaften Beleglage des Ägyptischen zu verfolgen? Und wie können Hinweise auf Dialekte oder die Aussprache einer ‚toten Sprache‘ gewonnen werden? In einer allgemein verständlichen Form widmet sich der Vortrag diesen Fragen und beleuchtet, was die ägyptologische Forschung Neues über die Entwicklung der Sprache weiß, die in den altägyptischen Schriftzeugnissen überliefert ist.

19.07.2016

Christian Eckmann und Katja Broschat (Restauratoren des RGZM Mainz)

Die goldene Totenmaske des Tutanchamun und ihr Bart - Korrektur einer missglückten Intervention an der Ikone ägyptischer Archäologie

(gemeinsam veranstaltet mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz)

Abstract: Der Grabschatz des Königs Tutanchamun gilt weltweit als eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen. Die goldene Totenmaske, mit der das Antlitz des Königs bedeckt war, bildet das Herzstück des Grabinventars und stellt ein Kunstwerk höchsten Ranges dar.
Im August 2014 wurde während Wartungsarbeiten an der Vitrine aufgrund eines Missgeschicks der Zeremonialbart der Maske abgebrochen und in der Folge unsachgemäß wieder angebracht. In dieser für den Antikendienst äußerst schwierigen Situation bat der Minister für Antiken, Prof. Dr. Mamdouh El Damaty, das RGZM, die Restaurierung der Maske zu übernehmen.
Die beiden Restauratoren Christian Eckmann und Katja Broschat erläutern Ihnen die Vorgehensweise bei der Wiederanbringung des Bartes und die daraus resultierenden Forschungsergebnisse. Das Römisch-Germanische Zentralmuseum und der Freundeskreis Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V. laden Sie sehr herzlich zu diesem Vortrag ein.

09.05.2016

PD Dr. Holger Kockelmann (Universität Tübingen)

Zwischen Tempel und Tierfriedhof. Neues zu den ägyptischen Sobek- und Krokodilgötterkulten

Abstract: Zweifelsohne zählt Sobek zu den eigentümlichsten und am längsten belegten ägyptischen Gottheiten. Seinem Krokodilwesen nach steht er in besonders enger Beziehung zur Sphäre des Wassers, ein Merkmal, aus dem sich viele seiner theologischen Aspekte ableiten: solarer Ur- und Schöpfergott, Spender von Fruchtbarkeit, Garant von Regeneration. Der Vortrag stellt kurz die Entwicklung der Sobek-Theologie vor und bietet einen konzisen Überblick über die Kulttopographie des Gottes mit seinen zahlreichen Lokalformen. Im Hauptteil steht die Frage, welche der zentralen Wesenszüge des Sobek und der mit ihm verwandten anderen Krokodilgötter in der rituellen Praxis seiner Kulte besonders hervortreten. Es zeigt sich, dass das „Krokodil als Träger der Verjüngung“ ein Thema ist, das überall in den Sobek-Kultorten zu beobachten ist und überregional ähnliche Spuren in der materiellen Hinterlassenschaft der Kulte hinterlassen hat.

13.01.2016

PD Dr. Dietrich Raue (Kustos am Ägyptischen Museum – Georg Steindorff – Universität Leipzig)

Der Sonnentempel von Heliopolis. Archäologische Realitäten aus einem mythischen Ort

Festvortrag anlässlich des 15-jährigen Bestehens des „Freundeskreis Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e. V.

Abstract: Der Sonnentempel von Heliopolis war einst der größte Tempelbezirk des pharaonischen Ägyptens. Vereinzelte Funde, wie etwa die Reliefs des Djoser oder die heliopolitanischen Obelisken, die nach Rom transportiert wurden, ließen die Ausstattung und den Aufwand der herrschaftlichen Repräsentation erahnen. Systematische Untersuchungen wurden jedoch von einer Vielzahl von Ursachen verhindert – nicht zuletzt von der Lage bei bzw. unter der Millionenmetropole Kairo.

Erst die jüngsten Ergebnisse der ägyptisch-deutschen Unternehmung er­möglichen eine genaue Vorstellung von dem Ort, an dem einer der wich­tigsten Weltentstehungsmythen des Alten Ägypten lokalisiert wurde. In Kombination mit einem geomorphologischen und geophysikalischen Sur­vey können die Grabungen erstmals Stationen der Entwicklung des Tempels nachweisen. Sie beginnt im 4. Jt. v. Chr. und kann kontinuier­lich bis in dessen Zerstörungsgeschichte in der Neuzeit skizziert werden. Von besonderem Interesse sind die jüngst entdeckten Reliefs und In­schriften aus einem Tempel von Nektanebos I. (380 – 363 v. Chr.).

15.12.2015

Prof. Dr. Miroslav Bárta (Czech Institute of Egyptology, Universität Prag)

Im Reich des Osiris: Abusir und neue Entdeckungen an den Pyramiden der Sonnenkönige

Ort: Alte Mensa, Atrium maximum

Abstract: Das Pyramidenfeld von Abusir ist schon immer ein bedeutender Teil der altägyptischen Geschichte gewesen, speziell in der 5. Dynastie. Als solches kennzeichnet es nicht nur die vier Pyramidenkomplexe der Könige der 5. Dynastie Sahure, Neferirkare, Raneferef und Niuserre, sondern auch Dutzende bisher ausgegrabene nicht königlicher Gräber hoher Beamter der Frühen Dynastie und des Alten Reiches.

In diesem Vortrag werde ich auf die neuesten Entdeckungen im Süden von Abusir eingehen. Sie werden durch eine Serie von Mastabas und Felsgräbern aus den Regierungszeiten von Niuserre, Menkauhor und Djedkare dargestellt. Die Komplexe gehörten einigen der bedeutendsten Persönlichkeiten der Zeit z. B. dem Chef der königlichen Ärzte Shepseskafankh, den Sonnenpriestern des Re Neferinpu und Nefer oder Niuserres königlicher Tochter Sheretnebti.

Sie illustrieren die herausragende Rolle dieser Zeit, die eine der größeren politischen und religiösen Entwicklungen kennzeichnet. Gleichzeitig zählen die Qualität der Grabdekoration, die individuellen Darstellungen und die schriftlichen Zeugnisse zu den besten des Alten Reiches.

20.07.2015

Christian Eckmann und Katja Broschat (Restauratoren des RGZM Mainz)

Die Goldblech-Appliken aus dem Grabschatz des Tutanchamun

(gemeinsam veranstaltet mit dem Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz)

Abstract: Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun (KV 62) durch den englischen  Ägyptologen Howard Carter im Jahre 1922 bedeutete für die ägyptische Archäologie einen einmaligen Glücksfall. Trotz mehrmaligen Eindringens von Grabräubern konnte eine nahezu komplette Grabausstattung der 18. Dynastie (14. Jahrhundert vor Chr.) geborgen werden. Carter dokumentierte die mehr als 5300 Objekte gewissenhaft – die wissenschaftliche Auswertung fehlt bisher allerdings für den Großteil der Funde. So auch für eine Gruppe verzierter Goldblech-Applikationen, die lose auf dem Boden der Kammer lagen.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die technologische Untersuchung der ca. 85 figürlich dekorierten Goldbleche, die seit fast 90 Jahren im Ägyptischen Museum in Kairo gelagert und bisher weder Museumsbesuchern noch Archäologen zugänglich waren. Die aktuellen Forschungen bieten nun erstmals die Chance, Erkenntnisse über die angewandten Herstellungstechniken zu gewinnen sowie die ursprüngliche Funktion dieser Fundgruppe zu rekonstruieren.

06.05.2015

Prof. Dr. Susanne Bickel (Universität Basel)

Die Königsfamilie im Tal der Könige: Neue Erkenntnisse im Grab KV 40

Abstract: Das Grab KV 40 im Tal der Könige wurde bislang nie wissenschaftlich erforscht und dokumentiert. 2011 hat das University of Basel Kings’ Valley Project mit der Untersuchung dieser großräumigen Anlage begonnen. Schnell musste allerdings festgestellt werden, dass die über 50 hier eingebrachten Bestattungen mehrfach antik und modern beraubt und zudem in Brand gesteckt worden waren. Dennoch liefern die Überreste einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Tals der Könige und die vielseitige Nutzung dieser Grabanlage. Insbesondere erlauben Aufschriften auf Keramikgefäßen, die ursprüngliche Belegung der Grabanlage näher zu bestimmen: Etwa 30 Personen - mehrheitlich Frauen - sind darin namentlich genannt. Alle scheinen aus dem familiären Umfeld des Königs Amenophis’ III. zu stammen. Die Auswertung ist noch in Gange, verspricht aber, zusammen mit der anthropologischen Erforschung der Mumienreste, neue Aufschlüsse über die Zusammensetzung und Bestattungsweise der königlichen Großfamilie zu liefern.

26.01.2015

Prof. Dr. Günter Dreyer (ehem. Direktor des DAI Kairo)

Motive der Kunst der Frühzeit

Abstract: Das wichtigste Medium frühzeitlicher Kunst bildet zunächst die Bemalung von Keramik. Dargestellt wird die Umwelt mit Tieren und Pflanzen, Menschen bei der Jagd und in Siegesszenen. Dann kommen später Schiffsprozessionen mit rituellem Kontext. Seit Naqada IId (um 3300 v. Chr.) steht das Thema Beherrschung des Chaos im Mittelpunkt symbolischer Szenen auf reliefierten Messergriffen und Paletten. Bemerkenswert ist die aus der Darstellung zu ersehende Erfahrung, dass die Bedrohung durch das Chaos zwar eingedämmt aber niemals gänzlich beseitigt werden kann. Die Kontrolle des Chaos ist anfangs noch numinosen Mächten zugewiesen, wird dann aber weitgehend vom König übernommen, der nun in der Rundplastik auftritt. Im späten 3. Jtsd./frühdynastischer Zeit treten Darstellungen mit Bezug auf historische Ereignisse - Ritualhandlungen und Siege des Königs - immer mehr in den Vordergrund.