Exkursion Kairo und Umgebung 2017

Bericht von Isabel Steinhardt B. A.

Im Mai 2017 besuchten 12 Bachelor- und Masterstudierende der Ägyptologie auf ihrer Ägypten-Exkursion unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening und Dr. Nadine Gräßler Kairo und Umgebung.

Die ExkursionsteilnehmerInnen von 2017 in Giza. © Judit Garzón Rodríguez

Ziel der Exkursion war es, besondere Einblicke zu ermöglichen. So besichtigten die ExkursionsteilnehmerInnen zahlreiche archäologische Stätten aus sämtlichen Epochen. Es wurden ihnen aber auch sonst verschlossene Türen geöffnet und gezeigt, welche wissenschaftlichen Institutionen in Kairo ansässig sind. Die TeilnehmerInnen demonstrierten ihre Fähigkeiten bei Führungen über archäologische Stätten und auch bei ihren Präsentationen im Ägyptischen Museum.

Hier nur ein kleiner Überblick der besuchten Orte: In Sakkara wurden der Djoserbezirk, die Unas-Pyramide, interessante Gräber des Neuen Reiches u.a. des Haremhab, das Serapeum und die Mastabas des Kagemni und des Mereruka mit beeindruckenden Reliefs des Alltagslebens besichtigt. Auch das benachbarte Dahschur (Rote Pyramide des Snofru, Knickpyramide, Pyramide von Amenemhet III.) wurde besucht. An den darauffolgenden Tagen besichtigten die Teilnehmerinnen Hawara (Pyramide Amenemhets III.) und Illahun mit seiner Siedlung und der Pyramide des Sesostris II. Natürlich durfte zum Abschluss der Exkursion das Giza-Plateau nicht fehlen. Dort wurde die Pyramide des Cheops vorgestellt und das Bootsmuseum besichtigt, sowie der Ost- und Westfriedhof mit beeindruckenden Gräbern und der große Sphinx.

Selbstverständlich stand an einigen Tagen das Ägyptische Museum mit seiner Fülle an Objekten im Mittelpunkt. Besonders spannend waren die Führungen durch die Bereiche, die normalen Besuchern des Museums verschlossen sind. Die TeilnehmerInnen konnten den Restauratoren und Restauratorinnen einen Blick über die Schulter werfen und im „Registration Office“ nachvollziehen, welcher enorme Aufwand hinter der Logistik eines solchen Museums steht. Ein weiteres besonderes Highlight waren die Erklärungen von Christian Eckmann (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz) zu seiner aktuellen Arbeit an den Goldapplikationen aus dem Grabschatz des Tutanchamun (vergleichen Sie seinen Vortrag am 02.07.2018 in Mainz).

In Kairo und Umgebung gibt es noch zahlreiche weitere spannende Museen mit den unterschiedlichsten musealen Konzepten. Dieser Eindruck wurde durch die Besuche des Egyptian Museum, des Provinzmuseums in Karanis, des Imhotep Museums in Sakkara und des Bootsmuseums in Giza bestätigt.

Aber natürlich ist es auch für Studierende wichtig, frühzeitig Kontakte zu knüpfen und den Alltag eines Archäologen kennen zu lernen. Daher begrüßte Prof. Dr. Stephan Seidlmayer die Gruppe im Deutschen Archäologischen Institut (DAI) im Norden von Zamalek. Am nächsten Tag nahmen einige am „Mission’s Day“ teil, bei dem diverse internationale Missionen ihre Fortschritte und Ergebnisse des letzten Jahres präsentierten.

Aber auch das Kennenlernen der modernen ägyptischen Kultur kam nicht zu kurz. Kosheri, ein traditionelles ägyptisches Gericht, wurde schnell zur Lieblingsspeise der ExkursionsteilnehmerInnen erkoren und beim Besuch des Bazars Khan el-Khalili konnte jeder und jede das moderne Ägypten in all seinen Facetten auf sich wirken lassen.